- Die Marke und das Kauferlebnis sind euer Unterschied im Markt
- Ihr verkauft international mit mehreren Währungen
- Niemand bei euch soll Server und Updates betreuen
- Der Checkout auf dem Handy ist euer wichtigster Hebel
- Ihr wollt in unter drei Monaten live sein
- JTL-Wawi ist bei euch das führende System, nicht der Shop
- Ihr verkauft parallel über mehrere Marktplätze
- Lager, Chargen, Seriennummern und Kommissionierung sind Alltag
- Versandabwicklung mit mehreren Dienstleistern ist Kerngeschäft
- Ihr habt eigene Leute für Technik oder einen JTL-Servicepartner
| Kriterium | Shopify | JTL |
|---|---|---|
| Grundpreis Software | ab €22/Monat | ab €0 (Start-Edition) |
| Für vollen Funktionsumfang | ab €62/Monat | ab €99/Monat (Advanced) |
| Hosting | inklusive | ab €29/Monat separat |
| Warenwirtschaft | extern anzubinden | im System, nativ |
| Lagerverwaltung | Grundfunktionen | inkl. Chargen, Seriennr. |
| Marktplatz-Anbindung | über Apps | 30+ Kanäle nativ |
| Versandabwicklung | über Apps | im System, sehr tief |
| Storefront und Design | sehr stark | funktional |
| Checkout | Shop Pay, One-Click | Standard |
| Internationalisierung | nativ, Märkte | eingeschränkt |
| Wartung und Updates | Shopify | eure Aufgabe |
| Datenstandort | EU (Irland) und USA | Deutschland |
| Verbreitung | weltweit | DACH-Raum |
| Beste Kombination | Shopify + JTL-Wawi | JTL-Shop + JTL-Wawi |
Der Rahmen
Ihr vergleicht nicht zwei Shops.
Dieser Vergleich wird meistens falsch geführt, weil er als Shop-Vergleich geführt wird. Tatsächlich stehen sich zwei unterschiedliche Denkweisen gegenüber.
JTL ist ein Handelssystem mit angeschlossenem Shop. Das Herz ist JTL-Wawi: Artikelstamm, Lager, Einkauf, Versand, Marktplätze, Rechnungen. Der JTL-Shop ist einer von mehreren Kanälen, über die dieses System verkauft. Er ist eng verzahnt, weil er zum selben Haus gehört.
Shopify ist ein Verkaufskanal ohne Warenwirtschaft. Es kann Bestände führen und Bestellungen abwickeln, aber Einkauf, Chargen, Kommissionierung und mehrstufige Versandabwicklung sind nicht sein Thema. Wer das braucht, stellt eine Warenwirtschaft daneben, und sehr oft ist das ausgerechnet JTL-Wawi.
Deshalb lautet die eigentliche Frage nicht „Shopify oder JTL". Sie lautet: Bleibt eure Warenwirtschaft das führende System, und wenn ja, welchen Verkaufskanal hängt ihr davor? Genau so entscheiden wir das mit Kunden, und dabei kommt öfter Shopify heraus, als man im JTL-Umfeld erwarten würde.
Die häufigste richtige Antwort auf „Shopify oder JTL" ist: beides. Shopify vorne, JTL-Wawi dahinter.
Kosten 2026
Was die Preisreform verändert hat.
JTL hat sein Preismodell zum April 2026 neu geordnet, und das verschiebt den Vergleich spürbar.
Die Start-Edition bleibt kostenlos, mit funktionsfähiger Warenwirtschaft, einem Shop mit bis zu 500 Artikeln und Marktplatz-Anbindung. Für kleine Händler ist das ein bemerkenswertes Angebot, und in dieser Größenordnung schlägt JTL Shopify preislich klar.
Darüber wird es schnell erwachsen. Advanced beginnt bei 99 Euro im Monat im Jahresabo und 119 Euro monatlich, Pro bei 329 Euro. Dazu kommt Shop-Hosting ab 29 Euro im Monat, das bei Shopify enthalten wäre. Damit liegt ein ernsthaft betriebener JTL-Aufbau bei rund 130 bis 360 Euro im Monat, gegenüber 62 Euro für den Shopify-Grow-Plan bei jährlicher Zahlung.
Der Vergleich kippt aber woanders: Bei JTL bekommt ihr für dieses Geld eine vollständige Warenwirtschaft mit dazu. Bei Shopify bekommt ihr einen Verkaufskanal. Wenn ihr eine Warenwirtschaft braucht und sie separat einkauft, ist JTL in Summe günstiger. Wenn ihr keine braucht, zahlt ihr bei JTL für Funktionen, die nie jemand öffnet.
Was in beiden Rechnungen fehlt und den Ausschlag gibt: Beim JTL-Shop tragt ihr Hosting, Updates und Wartung selbst. Diese Zeile steht in keinem Preisvergleich und ist über drei Jahre der größte Einzelposten.
Lager und Versand
Wo JTL Shopify klar überlegen ist.
Das ist der Bereich, in dem der Abstand am größten ist, und er wird von Shopify-Verfechtern regelmäßig unterschätzt.
Was JTL-Wawi standardmäßig kann: mehrere Lager mit Lagerplätzen, Chargen- und Seriennummernverwaltung, Mindesthaltbarkeitsdaten, Kommissionierung mit Scanner-Unterstützung, Nachschub-Vorschläge auf Basis von Verkaufszahlen, Teillieferungen, Rücksendungsabwicklung mit Wareneingangsprüfung, mehrere Versanddienstleister mit automatischer Auswahl nach Gewicht und Zone, Sammelrechnungen, Mahnwesen.
Was Shopify davon kann: Bestände über mehrere Standorte und einfache Versandregeln. Alles andere ist eine App oder ein separates System. Es gibt gute Apps dafür, aber ihr setzt drei bis fünf davon übereinander und zahlt zusammen 200 bis 500 Euro im Monat für Funktionen, die JTL mitbringt.
Und die Marktplätze. JTL verbindet über dreißig Kanäle nativ und synchronisiert Bestände, Preise und Bestellungen in beide Richtungen. Wer über Amazon, eBay, Kaufland und Otto parallel verkauft, hat mit JTL genau ein System für alles. Bei Shopify braucht dasselbe eine Anbindung, die extra bezahlt und gepflegt wird.
Wenn euer Geschäft Logistik ist und der Shop ein Kanal, ist die Sache eindeutig. Dann ist JTL nicht die günstigere Wahl, sondern die richtige.
Storefront
Wo Shopify klar überlegen ist.
Und jetzt die andere Richtung, denn dort ist der Abstand genauso deutlich.
Der JTL-Shop ist funktional. Er zeigt Produkte, führt in den Warenkorb, wickelt Bestellungen ab. Was er nicht ist: ein Werkzeug zum Markenaufbau. Die Themes sind zweckmäßig, die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt, und der Aufwand für einen wirklich eigenständigen Auftritt ist höher als bei Shopify, weil weniger Vorarbeit vorhanden ist.
Shopify ist an dieser Stelle über Jahre gewachsen. Das Theme-Ökosystem, der Editor für das Marketing-Team, die Kampagnen-Werkzeuge, die Anbindung an alles, was im Marketing üblich ist. Und vor allem: der Checkout. Shop Pay kennt wiederkehrende Käufer geräteübergreifend und ersetzt auf dem Handy den kompletten Formularweg.
Warum das zählt: Wenn eure Kunden über Suche und Anzeigen kommen und ihr euch über Marke und Erlebnis unterscheidet, entscheidet die Storefront über den Umsatz. Dann nützt euch die beste Lagerverwaltung nichts, wenn vorne weniger bestellt wird.
Das ist der Grund, warum wir Händlern mit starkem Endkundengeschäft oft zu Shopify raten, auch wenn JTL-Wawi im Haus bleibt. Man muss sich nicht entscheiden.
Der beste Weg
Shopify vorne, JTL-Wawi dahinter.
Für viele Händler im DACH-Raum ist genau das die richtige Antwort, und sie kommt in Vergleichen fast nie vor: beides gleichzeitig.
Der Aufbau: JTL-Wawi bleibt das führende System für Artikel, Lager, Einkauf, Versand und Marktplätze. Shopify wird der Verkaufskanal für Endkunden. Artikel, Bestände und Preise fließen aus der Warenwirtschaft in den Shop, Bestellungen fließen zurück. Amazon, eBay und die anderen Kanäle bleiben direkt an JTL.
Was ihr gewinnt: die Logistik-Tiefe von JTL und die Storefront von Shopify. Euer Lager arbeitet weiter wie bisher, euer Marketing bekommt ein Werkzeug, mit dem es tatsächlich arbeiten kann, und der Checkout ist Shop Pay statt Standardformular.
Was es kostet: die Verbindung. Es gibt fertige Anbindungen für diesen Weg, die für Standardfälle gut funktionieren. Sobald eigene Felder, Artikelbündel oder besondere Preislogik ins Spiel kommen, braucht es Anpassung. Rechnet je nach Tiefe mit 8.000 bis 25.000 Euro einmalig und einer Zeile für laufende Pflege.
Wann wir davon abraten: wenn euer Endkundengeschäft klein ist und die Marktplätze den Umsatz tragen. Dann lohnt der zusätzliche Aufwand nicht, und der JTL-Shop reicht vollkommen.
Eure Warenwirtschaft muss nicht euer Schaufenster sein. Sie muss nur wissen, was im Schaufenster steht.
Betrieb
Wer kümmert sich, wenn etwas klemmt?
Der JTL-Shop ist ein PHP-System, das ihr selbst betreibt. Das heißt: Hosting auswählen und bezahlen, Updates einspielen, PHP-Versionen mitziehen, Sicherheitsmeldungen verfolgen, Backups sicherstellen. JTL liefert die Software, den Betrieb tragt ihr.
In der Praxis läuft das über einen JTL-Servicepartner, und das funktioniert gut. Es ist nur eine laufende Position, die im Preisvergleich nie auftaucht. Rechnet mit 200 bis 800 Euro im Monat für ordentliche Betreuung, abhängig von Umfang und Reaktionszeit.
Dazu kommt die Kopplung. Wawi und Shop müssen versionsmäßig zusammenpassen. Ein Update auf der einen Seite kann die andere betreffen. Das ist beherrschbar und Alltag für Servicepartner, aber es ist eine Abstimmung, die es bei Shopify nicht gibt.
Bei Shopify existiert diese ganze Kategorie nicht. Kein Hosting, keine Updates, keine Versionsabstimmung. Wenn ihr Shopify mit JTL-Wawi kombiniert, bleibt genau eine bewegliche Stelle übrig: die Anbindung. Das ist deutlich weniger Fläche als ein selbst betriebener Shop plus Warenwirtschaft.