Vergleich · 2026 · Shopify-Tarife

Shopify Plus vs. Shopify

Plus kostet ab 2.100 Euro im Monat, Advanced 384. Der Sprung ist groß genug, dass die Frage nicht „wollen wir" lautet, sondern „ab wann trägt es sich". Wir rechnen hier den Break-even durch, zeigen die Funktionen, die es wirklich nur in Plus gibt, und sagen, wann das Upgrade zu früh kommt.

  • Echtes 2026er Pricing
  • Break-even durchgerechnet
  • Aus laufenden Shopify-Projekten

Für Advanced
  • Euer Jahresumsatz liegt unter etwa einer Million Euro
  • Ihr nutzt Shopify Payments und zahlt ohnehin keine Plattformgebühr
  • Ein Shop und ein Markt reichen euch
  • Der Standard-Checkout deckt euren Ablauf ab
  • B2B ist bei euch kein Thema oder läuft über einen separaten Weg
Für Plus
  • Ihr macht über eine Million Euro Umsatz mit externem Zahlungsanbieter
  • Ihr braucht echte B2B-Funktionen: Firmenkonten, Preislisten, Nettopreise
  • Mehrere Marken oder Länder sollen unter einem Konto laufen
  • Der Checkout muss über die Standardschritte hinaus angepasst werden
  • Eure Abläufe brauchen Automatisierung, die über Apps hinausgeht
KriteriumAdvancedPlus
Grundgebühr / Monat €384 (€289 jährlich) ab €2.100
Kartengebühr 1,7 % + €0,25 verhandelbar, niedriger
Gebühr externer Anbieter 0,6 % 0,2 %
Shops im Tarif 1 bis zu 10
B2B nativ nein ja, im Kern
Checkout anpassbar nur im Rahmen per Checkout-Erweiterung
Automatisierung (Flow) eingeschränkt voller Umfang
Mitarbeiterkonten 15 unbegrenzt
API-Limits Standard deutlich höher
Betreuung Support rund um die Uhr fester Ansprechpartner
Vertragsbindung monatlich kündbar meist 12 bis 36 Monate
Testumgebung Entwicklungs-Shop vollwertige Kopie
Ladezeit und Technik identisch identisch
Break-even (extern zahlend) bis ~€3,4 Mio. ab ~€3,4 Mio.

Der Unterschied

Gleiche Technik, anderer Handlungsspielraum.

Ein Missverständnis vorweg, weil es fast jedes Erstgespräch prägt: Plus macht euren Shop nicht schneller. Die Technik darunter ist identisch. Gleiche Server, gleiche Auslieferung, gleiche Ladezeiten. Wer wegen der Geschwindigkeit über Plus nachdenkt, sucht an der falschen Stelle.

Was Plus tatsächlich liefert, sind drei Dinge: niedrigere Gebühren bei hohem Umsatz, Funktionen, die es unterhalb schlicht nicht gibt, und mehr Spielraum an den Rändern der Plattform, also beim Checkout, bei Schnittstellen-Limits und bei der Automatisierung.

Deshalb ist Plus keine Qualitätsstufe, sondern eine Rechenfrage plus eine Funktionsfrage. Wenn eine der beiden klar mit Ja beantwortet wird, lohnt es sich. Wenn beide nur mit Vielleicht, ist es zu früh.

Plus macht euren Shop nicht schneller. Wer deshalb wechselt, kauft für 25.000 Euro im Jahr das falsche Problem.
Aus Erstgesprächen · Wipplinger Consulting

Die Rechnung

Wo genau liegt der Break-even?

Der Punkt lässt sich exakt bestimmen, wenn man ihn an der richtigen Zahl festmacht. Entscheidend ist nicht euer Umsatz allein, sondern ob ihr Shopify Payments nutzt oder einen externen Zahlungsanbieter.

Fall eins: ihr nutzt einen externen Anbieter. Advanced zieht dann 0,6 Prozent Plattformgebühr vom Umsatz ab, Plus nur 0,2 Prozent. Die Ersparnis beträgt also 0,4 Prozent. Der Aufpreis von Plus liegt bei rund 1.716 Euro im Monat, also etwa 20.600 Euro im Jahr. Das ergibt einen Break-even bei ungefähr 5,1 Millionen Euro Jahresumsatz, wenn ihr rein über die Gebühr rechnet. Zieht man realistische Verhandlungsspielräume bei den Kartengebühren mit ein, verschiebt sich der Punkt auf etwa 3,4 Millionen Euro.

Fall zwei: ihr nutzt Shopify Payments. Dann zahlt ihr auf Advanced ohnehin keine zusätzliche Plattformgebühr. Der Vorteil von Plus schrumpft auf die verhandelbaren Kartengebühren, und die bewegen sich in Zehntelprozent-Bereichen. Über die reine Gebührenrechnung wird sich Plus in diesem Fall fast nie tragen.

Die ehrliche Konsequenz: Die meisten Shops, die zu Plus wechseln, tun es nicht wegen der Gebühren. Sie tun es, weil sie eine Funktion brauchen, die es unterhalb nicht gibt. Und das ist auch die bessere Begründung, weil sie sich nicht wegdiskutieren lässt.

B2B

Der häufigste echte Grund für Plus.

Wenn ein Kunde bei uns zu Plus wechselt, geht es in den meisten Fällen um Geschäftskunden. Denn B2B auf Shopify existiert unterhalb von Plus schlicht nicht, jedenfalls nicht als Funktion der Plattform.

Was Plus im B2B mitbringt: Firmenkonten mit mehreren Bestellern, kundenindividuelle Preislisten und Mengenstaffeln, Nettopreis-Darstellung mit Steuerbefreiung, Zahlung auf Rechnung mit Zahlungsziel, Entwurfsbestellungen zur Freigabe, kundenspezifische Kataloge. Alles im Kern, ohne App.

Der Workaround unterhalb von Plus heißt: Kundengruppen und Preislogik über Apps nachbauen. Das funktioniert für einfache Fälle. Es funktioniert nicht gut, wenn ein Einkäufer für drei Standorte mit unterschiedlichen Konditionen bestellt und die Buchhaltung Rechnungen mit dreißig Tagen Ziel erwartet. Dann stapelt ihr drei bis vier Apps übereinander, zahlt dafür 300 bis 600 Euro im Monat, und habt ein Konstrukt, das bei jedem Update Aufmerksamkeit braucht.

Rechnet man diese App-Kosten gegen den Plus-Aufpreis, sieht die Sache anders aus als in der reinen Gebührenrechnung. Und man vergleicht dann nicht mehr Preise, sondern ein stabiles System gegen ein zusammengestecktes.

Drei Apps übereinander, die zusammen B2B ergeben sollen, sind kein günstigeres B2B. Sie sind eine Wartungsaufgabe mit Rechnung.
Aus laufenden Shopify-Projekten · 2026

Checkout

Was ihr an der wichtigsten Seite ändern dürft.

Der Checkout ist die Seite, an der euer Geld entsteht, und Shopify schützt sie streng. Unterhalb von Plus könnt ihr Farben, Logo und Schrift anpassen sowie einzelne Felder ein- und ausblenden. Das war es im Wesentlichen.

Mit Plus kommen Checkout-Erweiterungen dazu. Damit lassen sich eigene Bausteine an definierten Stellen einsetzen: ein Feld für die Bestellnummer des Kunden, ein Hinweis zur Lieferzeit abhängig vom Warenkorb, ein Zusatzverkauf vor dem Abschluss, eine Prüfung der Lieferadresse gegen eure Zonen, ein Feld für die Umsatzsteuer-Nummer bei Geschäftskunden.

Wann das wirklich zählt: im B2B, wo Bestellreferenzen und Freigaben zum Ablauf gehören. Bei erklärungsbedürftigen Produkten, wo im Checkout noch eine Angabe fehlt. Bei komplexem Versand, wo die Lieferzeit vom Warenkorb abhängt.

Wann es überschätzt wird: bei klassischem D2C. Der Standard-Checkout von Shopify ist an Millionen Bestellungen optimiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass eure Anpassung ihn besser macht, ist geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn verlangsamt. Wir raten hier grundsätzlich zur Zurückhaltung, auch wenn der Tarif es erlaubt.

Mehrere Shops

Wenn zehn Shops in einer Gebühr stecken.

Das ist die Rechnung, die am häufigsten übersehen wird. Plus enthält bis zu zehn Shops in der Grundgebühr.

Wer heute drei Länder mit drei getrennten Advanced-Shops bedient, zahlt 1.152 Euro im Monat allein an Grundgebühren, plus dreimal dieselben Apps, plus dreifache Pflege. Der Abstand zu Plus ist damit kleiner, als die Einzelpreise vermuten lassen, und bei fünf oder mehr Shops kippt die Rechnung vollständig.

Wichtig zu wissen: Shopify Märkte deckt mehrere Länder, Währungen und Sprachen bereits innerhalb eines Shops ab, auch unterhalb von Plus. Getrennte Shops braucht ihr erst, wenn sich die Sortimente wirklich unterscheiden, wenn ihr mehrere Marken führt, oder wenn getrennte Rechtsträger dahinterstehen.

Unsere Empfehlung: Prüft zuerst, ob Märkte reicht. Sehr oft reicht es, und dann fällt dieses Argument für Plus weg. Wenn ihr aber echte Mehrmarken-Struktur habt, ist es eines der stärksten.

Der Wechsel

Was beim Upgrade passiert, und was nicht.

Technisch ist das Upgrade unspektakulär, und das ist die gute Nachricht. Es gibt keine Migration. Euer Shop bleibt derselbe, dieselbe Adresse, dieselben Daten, dasselbe Theme, dieselben Apps. Shopify schaltet den Tarif um, die zusätzlichen Funktionen erscheinen im Verwaltungsbereich. Ausfallzeit: keine.

Was Arbeit macht, ist das Danach. B2B einzurichten heißt: Firmenkonten anlegen, Preislisten aufbauen, Zahlungsbedingungen definieren, Katalogzuordnungen setzen. Bei einem mittleren Großhändler sind das vier bis acht Wochen, je nachdem wie sauber eure Kundendaten heute vorliegen. Checkout-Erweiterungen sind Entwicklungsarbeit. Automatisierungen wollen durchdacht sein, bevor sie laufen.

Der kaufmännische Teil: Plus wird verhandelt, nicht gebucht. Es gibt einen Listenpreis, aber Laufzeit, Umsatzstaffeln und Kartengebühren sind Verhandlungsgegenstand. Wer mit einer belastbaren Umsatzprognose und Vergleichsangeboten ins Gespräch geht, verhandelt anders als wer nur fragt, was es kostet. Und die Bindung läuft meist über ein bis drei Jahre, das gehört zur Entscheidung dazu.

Wir raten von Plus ab, solange der einzige Grund Umsatzstolz ist. Sobald aber jemand sagt „unsere Geschäftskunden brauchen Rechnungskauf und eigene Preise", ist die Diskussion vorbei. Dann ist Plus nicht teuer, dann ist der Nachbau über Apps teuer.

Was es über drei Jahre kostet.

Drei Jahre für einen Shop mit €2,5 Mio. Jahresumsatz und externem Zahlungsanbieter, der B2B ernsthaft betreibt. Advanced mit App-Nachbau für B2B gegen Plus mit nativen Funktionen. Grundgebühren zum Listenpreis, Verhandlungsspielraum bei Plus nicht eingerechnet.

€2,5 Mio. Umsatz/Jahr mit B2B

Advanced
Grundgebühr (€384/Monat)
€13.824
Plattformgebühr extern (0,6 %)
€45.000
B2B-Apps (Nachbau)
€16.200
Mehraufwand Pflege App-Stack
€10.800

~€85.800

Plus
Grundgebühr (€2.100/Monat)
€75.600
Plattformgebühr extern (0,2 %)
€15.000
B2B-Apps
€0
Einrichtung B2B (einmalig)
€18.000

~€108.600

Über drei Jahre günstiger: Advanced.

Bei €2,5 Mio. Umsatz ist Advanced trotz App-Nachbau rechnerisch noch günstiger. Der Abstand von rund €23.000 über drei Jahre ist aber der Preis für ein zusammengestecktes B2B statt eines eingebauten. Ab etwa €3,4 Mio. Umsatz dreht sich die Rechnung auch nominal. Quellen: Shopify-Listenpreise Deutschland, Stand Juli 2026, sowie eigene Projektkalkulationen.

Was zu welcher Lage passt.

D2C mit €800.000 Umsatz, Shopify Payments Shopify Advanced

Ohne externe Plattformgebühr gibt es keine Ersparnis, die den Aufpreis trägt. Plus wäre hier eine reine Ausgabe ohne Gegenwert.

D2Cunter €1 Mio.
Großhandel mit Rechnungskauf und eigenen Preislisten Shopify Plus

B2B existiert unterhalb nicht als Plattformfunktion. Der App-Nachbau kostet monatlich und bleibt anfällig.

B2BRechnungskauf
Drei Marken mit getrennten Sortimenten Shopify Plus

Zehn Shops in einer Grundgebühr statt dreimal Advanced plus dreifacher App-Kosten und dreifacher Pflege.

Multi-BrandMehrere Shops
Ein Shop, mehrere Länder und Währungen Shopify Advanced

Shopify Märkte deckt Länder, Währungen und Sprachen bereits unterhalb von Plus ab. Getrennte Shops braucht ihr dafür nicht.

InternationalMärkte
€4 Mio. Umsatz über Klarna und PayPal Shopify Plus

Bei externem Zahlungsanbieter sinkt die Plattformgebühr von 0,6 auf 0,2 Prozent. In dieser Größenordnung trägt allein das den Aufpreis.

Gebührenüber €3 Mio.
Starkes Wachstum, aber noch unter der Schwelle Shopify Advanced

Advanced ist monatlich kündbar, Plus bindet ein bis drei Jahre. Wartet, bis die Zahlen den Wechsel tragen, statt auf Vorrat zu binden.

WachstumTiming

Aus eigenen Projekten.

Häufige Fragen

Ab welchem Umsatz lohnt sich Shopify Plus?

Rein über die Gebühren gerechnet ab etwa 3,4 Millionen Euro Jahresumsatz, und das auch nur, wenn ihr einen externen Zahlungsanbieter nutzt. Dann sinkt die Plattformgebühr von 0,6 auf 0,2 Prozent. Nutzt ihr Shopify Payments, zahlt ihr auf Advanced ohnehin keine Plattformgebühr, und Plus trägt sich über diesen Weg praktisch nie. Der häufigere echte Grund ist eine Funktion, meistens B2B.

Wird unser Shop mit Plus schneller?

Nein. Die Technik darunter ist identisch: gleiche Server, gleiche Auslieferung, gleiche Ladezeiten. Wer wegen der Geschwindigkeit über Plus nachdenkt, sollte stattdessen ins Theme, in die Bilder und in die Zahl der Apps schauen. Dort liegen die Sekunden.

Was kostet Shopify Plus wirklich?

Der Listenpreis beginnt bei 2.100 Euro im Monat. Was ihr tatsächlich zahlt, ist Verhandlungssache: Laufzeit, Umsatzstaffeln und Kartengebühren stehen zur Diskussion. Bei hohem Volumen wird der Preis oft umsatzabhängig gestaltet. Wer mit belastbarer Prognose und Vergleichsangeboten ins Gespräch geht, verhandelt spürbar besser.

Können wir B2B auch ohne Plus abbilden?

Für einfache Fälle ja, über Kundengruppen und Preis-Apps. Für echtes B2B mit Firmenkonten, mehreren Bestellern, Rechnungskauf und kundenindividuellen Katalogen stapelt ihr drei bis vier Apps übereinander, zahlt 300 bis 600 Euro im Monat und habt ein Konstrukt, das bei jedem Update Aufmerksamkeit braucht. Das ist meist der Punkt, an dem Plus günstiger wird als sein Ersatz.

Wie lange dauert das Upgrade?

Der Tarifwechsel selbst ist an einem Tag erledigt, ohne Migration und ohne Ausfallzeit. Euer Shop bleibt derselbe. Was Zeit braucht, ist das Ausschöpfen: B2B einzurichten dauert bei einem mittleren Großhändler vier bis acht Wochen, abhängig davon, wie sauber eure Kundendaten heute vorliegen.

Können wir von Plus wieder zurück?

Nach Vertragsende ja, technisch ist der Rückweg problemlos. Ihr verliert dann aber alle Plus-Funktionen: B2B-Firmenkonten, Checkout-Erweiterungen, zusätzliche Shops. Wenn euer Geschäft darauf aufgebaut ist, ist der Rückweg praktisch versperrt. Deshalb: Vor dem Wechsel prüfen, ob ihr die Funktionen wirklich braucht, nicht danach.

Lohnt sich Plus für mehrere Länder?

Nur wenn ihr getrennte Shops wirklich braucht. Shopify Märkte deckt mehrere Länder, Währungen, Sprachen und Steuersätze bereits innerhalb eines einzigen Shops ab, auch auf Advanced. Getrennte Shops sind erst nötig, wenn sich die Sortimente unterscheiden, mehrere Marken im Spiel sind oder getrennte Rechtsträger dahinterstehen.

Bekommen wir mit Plus bessere Betreuung?

Ja, es gibt einen festen Ansprechpartner statt allgemeinem Support. In der Praxis ist das bei technischen Fragen im Alltag weniger relevant, als es klingt, weil euer Umsetzungspartner die meisten davon ohnehin schneller löst. Wertvoll wird es bei Plattform-Themen, die nur Shopify selbst entscheiden kann.

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Nico Wipplinger Geschäftsführer
Nico Wipplinger, Geschäftsführer