- Die Seite ist zuerst Markenauftritt, dann Verkaufsfläche
- Ihr habt unter 50 Artikel ohne komplexe Varianten
- Gestaltung ist euer Unterschied im Markt
- Ihr braucht Landingpages und Kampagnenseiten in freier Form
- Bewegung und Interaktion gehören zur Marke
- Der Verkauf ist der Zweck, nicht ein Teil davon
- Ihr habt hunderte Artikel mit Varianten und Beständen
- Abo-Modelle, Rabattlogik oder Treueprogramme stehen an
- Der Checkout auf dem Handy ist euer wichtigster Hebel
- Ihr verkauft international mit mehreren Währungen
| Kriterium | Webflow | Shopify |
|---|---|---|
| Grundpreis / Monat | ab $29 (Standard, jährl.) | ab €22 (Basic) |
| Gestaltungsfreiheit | praktisch unbegrenzt | im Theme-Rahmen |
| Bewegung und Interaktion | ohne Code, sehr stark | nur mit Entwicklung |
| Artikel im Tarif | 500 bis 15.000 | unbegrenzt |
| Varianten pro Artikel | stark begrenzt | bis 2.000 |
| Transaktionsgebühr | 2 % (Standard), sonst 0 % | 0,6 bis 2 % extern |
| Checkout | einfach, Stripe/PayPal | Shop Pay, One-Click |
| Abo-Modelle | nicht vorgesehen | über Apps, ausgereift |
| Lager und Versand | Grundfunktionen | mehrere Standorte, Regeln |
| Mehrere Währungen | nein | nativ über Märkte |
| Redaktion und Blog | sehr gut, freie Strukturen | einfach gehalten |
| Erweiterungen | begrenzt | 8.000+ Apps |
| Wartung | Webflow | Shopify |
| Gebaut für | Markenauftritte | Handel |
Was ist was
Ein Gestaltungswerkzeug gegen ein Handelssystem.
Webflow ist ein visuelles Werkzeug zum Bauen von Websites. Ihr gestaltet im Browser mit voller Kontrolle über Anordnung, Abstände und Bewegung, und Webflow erzeugt daraus sauberen Code. Es gibt einen Shop-Teil, und der ist für kleine Sortimente gedacht. Der Kern des Produkts ist die Gestaltung.
Shopify ist ein Handelssystem. Artikel, Varianten, Bestände, Versand, Steuern, Checkout, Zahlungsanbieter. Die Gestaltung läuft über Themes, die sich anpassen lassen, aber innerhalb eines Rahmens. Der Kern des Produkts ist der Verkauf.
Der Vergleich ist deshalb schief, wenn man ihn als Shop-Vergleich führt. Er ist erst dann sinnvoll, wenn man fragt: Ist eure Seite in erster Linie ein Markenauftritt, an dem verkauft wird, oder ein Verkaufsort, der gut aussehen soll? Beides sind gültige Antworten, sie führen nur zu unterschiedlichen Systemen.
Gestaltung
Wo Webflow uneinholbar ist.
Wenn eure Marke sich über Gestaltung unterscheidet, ist das der Abschnitt, der die Entscheidung trägt.
In Webflow gibt es keine Vorlage, gegen die ihr arbeitet. Jedes Element sitzt dort, wo ihr es hinsetzt. Bewegung beim Scrollen, Übergänge zwischen Zuständen, Reaktionen auf den Mauszeiger, aufeinander aufbauende Abläufe: alles ohne eine Zeile Code, alles im selben Werkzeug. Für Marken, deren Auftritt Teil des Produkts ist, gibt es dafür wenig Ersatz.
Bei Shopify beginnt jede Seite in einem Theme. Themes sind anpassbar, und mit einem handgebauten Theme kommt ihr sehr weit. Aber ihr baut in einer Struktur, die auf Produktseiten, Kategorien und Warenkorb ausgelegt ist. Eine Startseite mit ungewöhnlicher Bewegungsführung ist Entwicklungsarbeit, in Webflow ist sie ein Nachmittag.
Der ehrliche Zusatz: Gestaltung verkauft nicht allein. Wir haben sehr schöne Webflow-Shops gesehen, die wenig umsetzten, weil der Weg zum Kauf umständlich war. Und schlichte Shopify-Shops, die gut liefen, weil der Weg kurz war. Gestaltung ist ein Verstärker, kein Ersatz für einen funktionierenden Kaufweg.
Wir haben sehr schöne Shops gesehen, die wenig verkauft haben. Gestaltung ist ein Verstärker, kein Ersatz für einen kurzen Weg zur Kasse.
Die Grenzen
Wo Webflow im Handel aufhört.
Das ist der Teil, den wir in Erstgesprächen am ausführlichsten machen, weil er später am meisten Ärger spart. Der Shop-Teil von Webflow hat harte Grenzen, und sie sind nicht verhandelbar.
Artikelzahl. Je nach Tarif liegt die Obergrenze zwischen 500 und 15.000 Artikeln. Für viele Marken reicht das, für einen Katalog mit Varianten reicht es schnell nicht.
Varianten. Das ist die härteste Grenze. Wer Größe, Farbe und Material kombiniert, kommt bei Webflow in Bedrängnis, während Shopify bis zu 2.000 Varianten je Artikel führt. Für Mode mit vollem Größenlauf ist das oft das Ausschlusskriterium.
Abo-Modelle. Wiederkehrende Zahlungen sind im Shop-Teil von Webflow nicht vorgesehen. Wenn euer Geschäft daran hängt, endet der Vergleich hier.
Mehrere Währungen. Webflow rechnet in einer Währung. Für internationalen Verkauf ist das eine echte Einschränkung, die Shopify mit Märkten vollständig löst.
Und das Ökosystem. Bewertungen, Treueprogramme, Zusatzverkäufe, Verzeichnisse für Marktplätze, Warenwirtschaft: bei Shopify eine Installation, bei Webflow oft eine Eigenentwicklung oder gar nicht.
Nichts davon ist ein Mangel. Webflow will kein Handelssystem sein. Es ist nur wichtig, das vor der Entscheidung zu wissen und nicht ein Jahr danach.
Checkout
Der kürzeste Weg zum Kauf.
Der Checkout ist die Stelle, an der sich beide Systeme am deutlichsten unterscheiden, und sie ist die einzige, an der Gestaltung keine Rolle spielt.
Webflow bietet einen einfachen Checkout mit Anbindung an Stripe und PayPal. Er funktioniert, er lässt sich gestalten, und er ist genau das: einfach. Der Käufer füllt ein Formular aus, wie vor zehn Jahren.
Shopify hat den besten Checkout im Markt, und das ist kein Marketing-Satz, sondern eine Folge von Größe. Shop Pay speichert Zahlungs- und Lieferdaten geräteübergreifend. Wer schon einmal in irgendeinem Shopify-Shop gekauft hat, bestellt bei euch mit einer Bestätigung statt mit zwölf Feldern. Auf dem Handy ist das der Unterschied zwischen Kauf und Abbruch.
Warum das mehr wiegt als Gestaltung: Der schönste Produktauftritt bringt nichts, wenn am Ende ein umständliches Formular steht. Wir haben Shops erlebt, deren Bestellquote sich allein durch den Wechsel zu einem Checkout mit gespeicherten Daten deutlich gehoben hat, ohne dass an der Gestaltung irgendetwas geändert wurde.
Wenn euer Traffic überwiegend mobil ist, ist das der stärkste Einzelgrund für Shopify, und er lässt sich in Webflow nicht ausgleichen.
Der dritte Weg
Webflow vorne, Shopify für den Kauf.
Für Marken, die beides wollen, gibt es eine Variante, die wir häufiger bauen als reine Webflow-Shops: Webflow für den Markenauftritt, Shopify für den Handel.
Der Aufbau: die Hauptdomain trägt die Webflow-Site mit Startseite, Markenerzählung, Kampagnenseiten und Redaktion. Der Shop läuft auf Shopify, entweder unter einer Unterdomain oder über eingebettete Kaufmöglichkeiten direkt in den Webflow-Seiten. Der Kauf selbst passiert immer bei Shopify.
Was ihr gewinnt: die gestalterische Freiheit von Webflow ohne die Handelsgrenzen. Varianten, Bestände, Abo-Modelle, mehrere Währungen und der beste Checkout im Markt bleiben verfügbar. Euer Marketing baut Kampagnenseiten in Webflow, ohne einen Entwickler zu brauchen.
Was es kostet: zwei Abonnements, zwei Systeme, ein Design, das über beide hinweg stimmen muss, und eine saubere Verbindung, damit sich der Übergang nicht wie ein Sprung anfühlt. Rechnet mit 10.000 bis 25.000 Euro Mehraufwand gegenüber einem einzelnen System.
Wann wir davon abraten: bei kleinen Sortimenten ohne besonderen gestalterischen Anspruch. Dann ist ein gut gebauter Shopify-Shop einfacher, billiger und im Alltag angenehmer.
Kosten
Was beide Wege wirklich kosten.
Webflow beginnt im Shop-Tarif bei 29 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, mit 2 Prozent Transaktionsgebühr. Der nächste Tarif liegt bei 74 Dollar ohne Gebühr, der darüber bei 212 Dollar. Rechnet früh nach: Ab etwa 3.700 Dollar Monatsumsatz kostet euch die 2-Prozent-Gebühr mehr als der Sprung in den nächsten Tarif.
Shopify beginnt bei 32 Euro im Monat, der Grow-Plan liegt bei 92, Advanced bei 384. Mit Shopify Payments fällt keine zusätzliche Plattformgebühr an, mit externem Zahlungsanbieter zwischen 0,6 und 2 Prozent je nach Plan.
Bei den Aufbaukosten dreht sich das Bild. Ein anspruchsvoller Webflow-Auftritt ist gestalterisch aufwendig, aber technisch schlank: 12.000 bis 35.000 Euro. Ein Shopify-Shop mit handgebautem Theme liegt bei 15.000 bis 40.000. Nah beieinander, solange keine Sonderfunktionen dazukommen.
Die Rechnung entscheidet sich woanders: an den Kosten, die entstehen, wenn ihr in Webflow gegen eine Grenze lauft. Ein Abo-Modell nachträglich nachzurüsten heißt entweder Eigenentwicklung oder Systemwechsel. Beides kostet ein Vielfaches der Ersparnis, die euch die Entscheidung ursprünglich gebracht hat.